Dienstag, 18. April 2017

Spiegelwald

Wie so oft um die Osterzeit, haben wir auch dieses Jahr wieder sehr durchwachsenes Wetter. Das Osterfeuer haben wir uns also dieses mal gespart, und wegfahren wollten wir über die freien Tage auch nicht. Also dachte ich mir, ich kann mich ja mal wieder ein wenig um meinen armen vernachlässigten Blog kümmern. Es ist ja schon wieder eine ganze Weile vergangen seit meinem letzten Post und zudem habe ich auch noch meinen zweiten Bloggeburtstag verpasst. Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht...


Ich habe in letzter Zeit ein wenig drüber nachgedacht, wie ich den Blog hier überhaupt weiter führen möchte. Durch meinen Shop werkel ich unheimlich viel, aber möchte ich hier immer nur meine Brandmalereien posten? Und Genähtes gibt es bei mir ja nicht so oft, daher ist es hier auch so ruhig geworden. Viele meiner Bilder landen mittlerweile bei Instagram und ich habe schon überlegt, ob ich es einfach dabei belassen und den Blog hier einfrieren soll. Aber eigentlich finde ich das doof. Schon früher fand ich es oft traurig, wenn einige meiner gern gelesenen Blogs still standen, weil die Bloggerinnen dafür lieber bei Instagram unterwegs waren. Es ist ja auch so einfach, ein Bildchen mit ein paar Worten dort zu posten. Aber auf der anderen Seite fühlt es sich für mich ein bisschen dort an, wie die Wegwerfgesellschaft für Bilder: angucken, liken, aus den Augen, aus dem Sinn. Ich mag Instagram sehr gern, aber an dem Blog hier hänge ich einfach, und es fühlt sich auch einfach viel persönlicher an. Man muss schon hierher kommen, wenn man etwas lesen will. Also bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich erstmal weiter so blogge, wie es mir grade in den Kram passt, und wenn es eben nur einmal im Monat eine Sammlung Feuerholz ist ;) Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt, ich kann für nichts garantieren.


Alles kann ich nicht zeigen -das sind nur einige der Stücke, die ich in letzter Zeit gewerkelt habe. Meine Kerzen haben sich teilweise ein wenig verändert, mittlerweile wachsen Bäume aus ihnen. Und Waldtiere gab es auch wieder, beide haben schon ein liebevolles Zuhause gefunden :)

Etwas neues habe ich in letzter Zeit auch ausprobiert. Fimo ist ja an sich nichts neues für mich, aber bisher habe ich nicht sehr viel damit experimentiert. Da waren ja vor zwei Jahren mal meine Mondhalsketten und die kleinen Rabenschädelchen, welche ich aus schwarzem Fimo gebastelt hatte. Aber jetzt sollte es noch ein wenig fummeliger und filigraner werden, ich habe mich mal an kleinen Waldwesen versucht:


Ich muss sagen, dass mir das unheimlich Spaß macht, die kleinen Wesen zu modellieren. Ich werde das bestimmt noch öfter machen, so als Ausgleich zur Brandmalerei. Trotzdem wird das Feuer immer an erster Stelle stehen. 

Ein wenig Wasser muss ich hier heute aber auch noch festhalten. Vor einiger Zeit habe ich nämlich in einem kleinen Waldstück ganz in unserer Nähe einen interessanten Ort entdeckt, eine Quelle. 


Das Wasser kommt hier aus einem Fels, und wird zu einem kleinen Bach. Dazwischen liegt eine große, moosige Schale, welche voll mit Blättern und Schlamm war. Wir haben einfach mal die Ärmel hochgekrempelt und sie vom Dreck befreit, und das Wasser mit einem Brett ein wenig umgeleitet, und siehe da!


Jetzt haben wir unseren eigenen Wunschbrunnen, den Spiegel im Wald.


Wir wissen nicht, was es mit der Schale auf sich hat, aber freuen uns über den schönen Ort. Das Wasser darin ist jetzt ganz klar, und zwischendurch fischen wir mal ein bisschen Laub hinaus.

Auch wenn ich mit unserer Hündin meist ganz in unserer Nähe unterwegs bin, gibt es doch immer wieder etwas Neues zu entdecken. Manchmal lohnt es sich, wenn man mal vom gewohnten Weg abweicht :) Eine schöne Woche wünsche ich euch!

Dienstag, 28. März 2017

Von Heilpflanzen, Seelentröstern und der Welt hinter dem Sichtbaren

~Man sieht nur mit dem Herzen gut...~

Was wäre die Welt wohl ohne Internet? Oft ist es ein Fluch und wenn man nicht aufpasst, lässt es einen nicht zur Ruhe kommen. Aber auf der anderen Seite gibt es dort so viel zu lernen und so viel neues zu entdecken. Allein Instagram steckt so voller Ideen und Dinge, auf die ich sonst wohl nicht aufmerksam geworden wäre. Eines davon ist ein Kräuterbuch, welches vor einiger Zeit bei mir eingezogen ist, und welches ich hier heute mal vorstellen möchte.


Wenn es um Kräuter und Heilpflanzen geht, bin ich ja sowieso immer sehr interessiert. Ich behaupte mal von mir, dass ich mich selbst relativ gut auskenne. Vor über zehn Jahren habe ich meinen Arzneimittelschein bekommen, dafür musste ich etliche Kräuter bestimmen können und ihre Wirkungsweisen auswendig lernen. Die Grundkenntnisse sind also da, auch wenn mein Wissen zwischenzeitlich ein wenig eingerostet war. In den letzten Jahren habe ich mich aber wieder mehr und mehr eingearbeitet, was auch ganz gut geklappt hat. 

Bei Instagram war mir dann dann zufällig die liebe Sonja Sacher über den Weg gelaufen. Sie postet dort regelmäßig über ihre handgemachten Kräuterwaren, schreibt Wissenswertes über die verschiedenen Pflanzen, und hat vor einiger Zeit ein Buch geschrieben. Aber warum noch ein Kräuterbuch für mich? Sonja ist eine Autorin "zum Anfassen". Man kriegt viel mit von dem, was sie mit ihren Zauberpflänzchen anstellt und man merkt, dass sie Ahnung hat. Und mir fehlte einfach noch ein schönes Buch mit Ideen und Anregungen, was sich noch so alles mit unseren heimischen Kräutern anstellen lässt. Daher sollte das Buch auch bei mir einziehen.


Dieses Buch ist so ganz anders, als die anderen in meinem Regal. Man merkt, dass sehr viel Herzblut drin steckt. Das interessante daran ist, dass es nicht nur ein Kräuterbuch ist -eigentlich sind es zwei Bücher in einem. Man erfährt darin viel über Sonja und ihre Vergangenheit, und wie sie zu ihrer Liebe zu den Kräutern gekommen ist. Man kann sich entscheiden: in den geraden Kapiteln liest man Sonjas Geschichte, in den ungeraden geht es um die verschiedenen Pflanzen. Aber man kann auch alles komplett durchlesen, alles greift wunderbar ineinander. 
Ich habe zuerst die geraden Kapitel gelesen; ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt und es war ja sowieso noch zu kalt zum Kräuter sammeln. Es ist wirklich nicht ohne, was Sonja durchmachen musste, aber trotzdem steckt so viel Lebenswille in ihrer Geschichte und man erkennt, aus welchen Tiefen heraus ihr Kräuterwissen entstanden ist. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie tiefgründig das Buch ist. Aber genau das ist es, was dieses Buch für mich so wertvoll macht. Es ist viel persönlicher, als meine anderen Bücher zu dem Thema. Ich habe dabei das Gefühl, ein geheimes Kräutertagebuch von einer guten Freundin vererbt bekommen zu haben. Zudem werden hier heimische Pflanzen beschrieben, welche ich selber suchen oder anbauen kann. 
Alles ist so greifbar.


Das Buch befasst sich mit 49 verschiedenen Pflanzen, und ist mit liebevollen Zeichnungen versehen. Unter den Pflanzen sind übrigens auch Bäume, was mich sehr freut.
Zu jeder Pflanze wird die Wirkungsweise beschrieben und zu welchen Zwecken man sie anwenden kann. Es gibt viele Rezepte und Tipps in dem Buch, zum Beispiel für Tees, Tinkturen, Badezusätze, Salben, Marmelade und Weinansatz. Außerdem werden die Jahreskreisfeste mit einbezogen, und auch dazu findet man tolle Tipps, unter anderem für Räuchermischungen. Den Räucherpflanzen wurde ein ganzes Kapitel gewidmet. 
Aber es gibt da natürlich noch die andere Ebene des Buches, die Welt hinter dem Sichtbaren, die Seelenebene. Und so werden auch die anderen Kräfte beschrieben -wie die Pflanzen auf unsere Seele und unser Gemüt wirken, ganz ohne sie zu verarbeiten. Sonja beschreibt ihre eigene Herangehensweise und die Verbindungen, die sie zu den verschiedenen Pflanzen hat. Dabei regt sie dazu an, sich auch mal ganz frei und unvoreingenommen an die Pflanzen heranzufühlen. 


Für mich ist das Buch eine wunderbare Sammlung an heimischen Kräutern, Rezepten und Wirkungsweisen der Pflanzen auf verschiedenen Ebenen.Ich finde das Buch so besonders, weil es eben nicht so trocken daherkommt, sondern einfach wunderbar zu lesen ist, und es so viele schöne Dinge zum Ausprobieren gibt. Es ist dabei unheimlich inspirierend und macht Lust darauf, sich noch näher mit unseren Pflanzen anzufreunden. Ich freue mich jedenfalls schon wieder sehr aufs Kräuter sammeln. Wenn ihr euch auch für das Buch interessiert, schaut doch mal bei Sonja vorbei, dort gibt es auch noch andere schöne Sachen: 


Ein kleines Upcycling kann ich heute aber auch noch zeigen. Mit dem Buch war nämlich eine schöne Räuchermischung zu mir gekommen, und bei der Gelegenheit wollte ich mal das Räuchern ohne Kohle ausprobieren. Leider mangelte es mir an einem passenden Räucherstövchen, aber Not macht ja erfinderisch 😉


Man nehme: ein Windlicht, einen alten Teefilter, ein bisschen Aludraht, am besten den etwas dickeren. Den Teefilter habe ich einfach mit der Schere zerschnitten, so dass ich nur noch den unteren Teil davon übrig hatte. Diesen habe ich dann einfach mit Draht umwickelt und an den Seiten je eine Halterung gebogen. Wenn ich ein tieferes/höheres Windlicht gehabt hätte, hätte ich den Teefilter einfach ganz gelassen, aber so wäre mir die Flamme zu nah an den Kräutern. Ich bin jedenfalls total begeistert von dieser Art zu Räuchern. Es stinkt nicht so nach Räucherkohle und die Aromen der Kräuter kommen viel besser zur Geltung. Allerdings habe ich mir angewöhnt, ein wenig durchlöcherte Alufolie in mein Sieb zu legen, wenn Harze in der Räuchermischung sind, so bleibt das Sieb sauber. So lernt man also immer wieder dazu. Bevor es jetzt zum Kräutersammeln geht, schau ich aber erstmal wieder bei Upcycling und EiNab vorbei :)

Montag, 20. März 2017

Frühlingsanfang!!!

Einen wunderwunderschönen Frühlingsanfang wünsche ich euch!


Da hat es doch tatächlich wieder mal so lange gebraucht, bis ich hier zum Bloggen komme. Das nennt man dann wohl Slow Blogging...
Ich kann mich noch an meine Frühlingsdeko vom letzten Jahr erinnern, da war ich schon total aktiv und vorbereitet auf die Frühlingstagundnachtgleiche: Klick!!!
Dieses Jahr ist das etwas anders. Die Deko verändert sich nur ganz gemächlich, wenn es sich grade so ergibt. Da habe ich zum Beispiel gestern ein paar leere Schneckenhäuser gefunden und bemalt, für ein wenig Farbe auf der Jahreszeitenschale:


Das war eigentlich ganz spontan, aber auf der Suche nach ein paar Farben bin ich über ein unbenutztes Paket Glasmalfarben in meinem Nähzimmer gestolpert. Das wollte ich schon so lange mal in Angriff nehmen, und da es sowieso mal wieder geregnet hat, habe ich einfach ein Windlicht für den Balkon gestaltet. Einmachgläser haben wir ja zur genüge, da kann man auch mal eins bemalen.


So ganz zufrieden bin ich nicht, allerdings habe ich auch vorher keinen Plan gemacht, sondern einfach mal drauflos gepanscht. Aber für den Balkon ist es in Ordnung. Bis es wieder wärmer wird und wir draußen sitzen können, darf es aber noch auf der Kommode stehen bleiben. Zur Zeit ist es leider wieder nur am regnen. 


Einen frühlingshaften Kundenauftrag habe ich vor kurzem auch schon bearbeitet, der passt heute auch ganz wunderbar hierher. Drei Hasen sollten es sein, umgeben von einer Ranke aus Blümchen. Solche Sachen zu entwerfen macht unheimlich Spaß, und ich habe mich total über die Idee gefreut :)


Ein kunterbunter Post ist das heute mal, wie ihr seht. Daran merkt man wohl, dass ich mich auf den Sommer freue. Aber es wird. Unsere Fensterbänke sind schon voll mit kleinen Pflänzchen für das Gemüsebeet, alles wächst ganz fleißig. Mit meinen Kräutern habe ich dieses Jahr allerdings gewartet, die können auch noch im April gesät werden. Und ich habe ja letztes Jahr schon ein wenig vorgearbeitet. Der Salbei hat tatsächlich auf dem Balkon überwintert, da muss ich gar nicht viel machen. Und der Lavendel wird bald einfach nur rausgestellt. Auf den Lavendelkasten bin ich besonders stolz. Ich hätte nicht gedacht, dass es so langwierig ist, Lavendel zu ziehen. Und da ich letztes Jahr kein Gewächshäuschen mehr übrig hatte, habe ich die Pflänzchen in einer Tortenglocke gezogen. Und es hat so uuunendlich lange gedauert.... Aber dann!


Jetzt sind die Pflanzen aus dem gröbsten raus, und ich freue mich schon unheimlich auf die Blütezeit. Auch so duftet es schon ein wenig nach Lavendel in dem Räumchen, in dem er noch steht -ein kleiner Hauch von Sommer <3
Wo ich hier grade so über Pflanzen schreibe, fällt mir auch noch etwas ein:
Einen tollen Tipp habe ich da letztens nämlich bekommen, den muss ich gleich mal weitergeben. Kennt ihr schon "Ecosia - die Suchmaschine, die Bäume pflanzt"? Sie funktioniert wie Google, dabei werden die Suchergebnisse von Bing und Yahoo geliefert. Das tolle daran ist, dass Ecosia einen großen Teil seiner Einnahmen an Naturschutzorganisationen spendet. So werden zum Beispiel in gefährdeten Gebieten, wie zum Beispiel im Regenwald, Projekte zur Wiederaufforstung unterstützt. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, mal dort vorbei zu schauen?

Habt noch einen schönen Frühlingsanfang!!! ☼

verlinkt bei Upcycling und EiNaB

Dienstag, 28. Februar 2017

Poncho Pulli

Ich weiß gar nicht, was mir der arme Pullover getan hat, dass er nun so lange im staubigen Nähzimmer liegen und auf seine letzten simplen Nähte warten musste. Aber ich hatte einfach keine Lust. Das Gröbste hatte ich schon hinter mich gebracht, alles so geworden wie erhofft, Spannung vorbei. Langweilig. Das ist wohl auch so ein Grund, warum ich absolut keine Lust habe, Klamotten abzuändern oder zu reparieren. Natürlich mache ich das, wenn es sein muss. Die Nähmaschine ist ja da. Aber es macht nun so überhaupt keinen Spaß. Aber dafür macht Upcycling umso mehr Spaß, vor allem wenn ich da eine Idee im Kopf habe.


Und über ein Upcycling freu ich mich ja sowieso immer sehr. An sich bin ich auch ganz zufrieden mit mir: gekauft habe ich nur noch ganz wenige Klamotten, dafür viel Altes aufgetragen, zwischendurch mal Neues genäht, und einiges davon eben aus ungeliebten Stücken. Diesmal war es ein kuscheliger Poncho, den ich leider gar nicht getragen habe. Der Stoff ist aber so schön warm und muckelig, da konnte ich ihn einfach nicht weg geben. Also habe ich einfach mal so probehalber ein Schnittmuster drauf gelegt. Und zack! Auf einmal war der Pulli schon ausgeschnitten...


Die Schnittmustermacher verdienen allerdings wirklich nichts an mir, ich habe mal wieder "Joana" von Farbenmix genäht, zum X-ten mal. Ich hatte schon drüber nachgedacht, den Blog in "50 Shades of Joana" umzubenennen, oder sowas. Aber würd sich nicht lohnen, so viel nähe ich ja gar nicht. Und auch jetzt habe ich erst wieder ein paar Wochen gewartet, bis ich den Pulli endlich mal fertig gestellt habe. Irgendwie ist bei mir erst alles andere dran, bevor ich etwas nähe. Nur wenn ich wirklich genug Zeit habe -und das habe ich im Moment dank Überstunden- wirds mal was mit mir und Nähmaschine...


Den Poncho hatte ich so zugeschnitten, dass ich die Fransen noch nutzen konnte. Unten am Saum könnte ich sie allerdings noch ein wenig gerade schneiden, fällt mir grad auf. Am Ausschnitt habe ich ein Band aus Fransen angenäht -von innen angenäht, nach außen umgeschlagen und nochmal abgesteppt. So viel heller Stoff auf meinem Nähtisch! Da kam doch tatsächlich auf einmal dieser magische Moment, in dem ich auch helles Garn einlegen musste. Passiert ja sonst kaum, meistens fahre ich mit Schwarzem ganz gut. 


Aber ich finde, so hat der Poncho doch noch ein gutes neues Leben bekommen. So wird er wenigstens getragen und ich habe viel mehr von dem kuscheligen Stoff. Und der Pulli hat mich am Wochenende auch schon schön warm gehalten, aber so ganz ohne Jacke ging es leider noch nicht.
Jetzt gehe ich mal wieder bei ein paar Linkpartys vorbei schauen, bin schon wieder total gespannt, was dort von den anderen Damen gewerkelt wurde: creadienstagEiNaB und Upcycling
Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Woche!!!☺✌