Mittwoch, 16. August 2017

Aus dem Garten

Mitten drin stecken wir, im August, dem Erntemonat. Jetzt können wir ernten, was wir im Frühjahr gesät haben, und dank dem wechselhaften Sommer mit seinen vielen Regenduschen ist das einiges. Ich dachte mir, ich berichte mal ein wenig aus dem Garten.


Schon im Frühjahr, als der Boden fast noch zu hart war, hatte mein Mann in unserem Garten ein Beet angelegt, und sogar passende Zäune dafür gebaut. Mittlerweile hat er sich zu einem echten Gärtner entwickelt, und ich zu einer Köchin für vegetarische Hausmannskost. Wir waren uns anfangs nicht sicher, ob in unserer Erde Gemüse gut wachsen würden, und ob wir nicht vielleicht unerwünschte Besucher bekommen würden, Schnecken zum Beispiel. In den letzten Jahren hatten wir nur ein wenig Gemüse auf dem Balkon in kleinen Holzkästen gezogen, alles recht übersichtlich. Dieses Jahr sollte die Ernte jedoch etwas größer ausfallen. Ein wenig Hühnermist im Gießwasser ist gut für den Boden, haben wir gelesen. Und da ist was dran. Aber etwas anderes als diesen natürlichen Dünger haben wir nicht benutzt, alles bio :) Zu Anfang konnten wir die kleinen Pflänzchen im Beet noch kaum vom Unkraut unterscheiden, es war kaum zu glauben, dass uns das mal ernähren soll. Zur Zeit können wir jeden Tag etwas neues ernten, für zwei Personen mehr als genug!


Ich wusste nicht, wie unheimlich gut es duftet, wenn man Möhren aus der Erde zieht, erdig und wurzelig und möhrig ♥ Anfangs gab es nur ein paar vereinzelte, und einige Zeit später waren sie alle gleichzeitig fertig. Und da geht es dann los mit den Überlegungen, was wir damit anstellen. Denn nicht nur Möhrchen, sondern auch Zucchinis und Kohlrabis haben wir zuhauf.
Wir hätten sie auch schon früher ernten können, aber wie schnell sind ein paar Tage vergangen...und so hatten wir auf einmal Riesenzucchinis. Die erste wog knapp 3 kg, und kurz danach folgte dann die zweite, mit fast 4 kg. 


Der Hund ist auch immer sehr angetan von dem Gemüse, aber genau aus diesem Grund gibt es ja die Zäune. Zwischendurch bekommt sie auch mal ein Möhrchen, und um den Rest muss ich mir dann Gedanken machen wegen der Zubereitung. 
"1001 Zubereitungen für Zucchini" wäre fast der Titel eines Kochbuchs geworden, das ich schon schreiben wollte. Wo ich sonst drei kleine Zucchini für einen Auflauf gekauft hatte, kann ich jetzt drei große Aufläufe aus nur einer Zucchini machen. Aber auch Gemüsepfannen, Eintöpfe, Salate, gefülltes Gemüse, und selbstgemachten Aufstrich gibt es in letzter Zeit bei uns. Ein schönes Gefühl, sich aus dem eigenen Garten ernähren zu können. 


Und das Gemüse schmeckt nicht nur frisch und lecker, sondern auch irgendwie nach dem Leben, wie es früher gewesen sein muss. Essen, was grad da ist, und wenn viel davon da ist, gibt es am nächsten Tag eben nochmal Eintopf, oder wir nehmen den Rest mit zur Arbeit. Man braucht schon Zeit für so ein Beet, und wenn man dann ernten kann, muss man auch dranbleiben, um alles zu essen und nichts wegzuschmeißen. Mal eben schnell nach einem stressigen Arbeitstag ein paar Brötchen futtern? Führt dazu, dass man etwas wegschmeißt. Und wenn man mal selber ein wenig Liebe und Energie in so eine Gemüsepflanze gesteckt hat, schmeißt man sehr ungern etwas weg. Früher hatten die Leute Angst um ihre Ernte, Angst vor dem Verhungern. Wir müssen uns erst wieder dran gewöhnen, nicht zu viel zu kaufen -nur das, was wir wirklich brauchen. Ich habe selber an mir gemerkt, wie sehr ich darauf getrimmt bin, schnell noch einkaufen zu fahren nach der Arbeit. Es ist wie eine kleine Umstellung.
Jetzt frage ich mich, was wohl grade reif ist, und was ich daraus machen kann.

die kleinen Paprika wachsen auch schon ganz fleißig

Heutzutage ist ja alles darauf ausgelegt, dass es schnell geht. Und das muss es ja leider meistens auch. Arbeiten gehen, nachmittags nach Hause kommen, schnell etwas essen oder essen gehen, und dann den Ausgleich für sich suchen. So läuft es ja oft ab. Und so kauft man dann eben schnelles Essen und irgendwelchen unnötigen Kram, von dem man glaubt, dass er glücklich macht. Es ist schon irgendwie ein komischer Kreislauf, in dem wir stecken.
Natur gehört für viele nicht mehr dazu, und Essen muss möglichst billig sein und schnell gehen.

Brombeeren ♥ Dieses Jahr scheint es wirklich viele zu geben, bei uns sind die Sträucher voll davon.

Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht, in unserm kleinen Grabebeet. Huuhhh, ein Reim 😏
So langsam wird es mir schon wieder so ein bisschen herbstlich, und ich freu mich schon wieder sooo auf Kürbissuppe. Ein paar Hokaidos warten schon, und natürlich der eine, der Riesenkürbis. Aber der darf noch wachsen, wir wollen mal schauen, wie groß er wohl wird. 
Kürbiskutsche und so.


Meinen Gemüseauflauf schicke ich heute mal wieder zu EinfachNachhaltigBesserLeben .

Lasst es euch gut gehen ♥

Dienstag, 8. August 2017

Sonne, Mond und Feuerholz

Heute bin ich auch mal wieder beim kreativen Dienstag, dem Creadienstag dabei, und nutze die Gelegenheit, um meinen Blog mal mit ein paar Sommerbildern und meinen letzten Brandmalereien anzufüllen.


So sieht es aus, wenn auf dem Land, zwischen den abgeernteten Feldern die Sonne untergeht. Das Bild ist ein paar Tage nach Lughnasadh, dem Schnitterfest, entstanden. Wenn es tagsüber zu warm ist, gehen wir eben abends eine Runde spazieren. Ich liebe dieses goldene Abendlicht, wenn alles nach Heu duftet und die Luft schon langsam kühler wird.
Da könnte der Sommerurlaub ruhig doch noch ein wenig länger dauern...


All that is gold does not glitter, Not all those who wander are lost...

Ob sich Herr Tolkien das Gedicht auch bei abendlichen Sommerspaziergängen ausgedacht hat? Wie auch immer, ich mag es jedenfalls sehr, und daher ziert nun eine Zeile davon einen meiner hölzernen Kerzenhalter.


Aber ein wenig Symmetrie musste auch mal wieder sein. Das brennen von "Crystal Grids" finde ich immer unheimlich entspannend und meditativ. Dabei kann ich mit Formen und Punkten spielen, etwas ergänzen, etwas weg lassen wie es mir gefällt.


Auch magische Dinge sind wieder entstanden. Dieses Waldmagiepentakel hier durfte sich schon auf die Reise machen, aber der Lavendel ist hier geblieben. Vielleicht werde ich mir in nächster Zeit mal ein paar Kräutersäckchen nähen.


Und was macht der Rabe da auf dem Schreibtisch?
Bald sind sie wieder da, die herbstlichen Saatkrähen, ich freue mich schon wieder darauf ♥


Zwei hölzerne Göttinnen wohnen auch schon bei ihren neuen Besitzerinnen. Das Birkenholz hat die Form einfach wunderbar vorgegeben. Für meine Holzkerzen verarbeiten wir Reststücke, von Fällungen aus privaten Gärten. Mein Mann schafft es immer wieder, schöne Formen rauszuholen, und für mich ist es immer wieder spannend, welche Bilder mir zu den Hölzern einfallen :)


Und zuletzt habe ich noch ein Bild von gestern Abend, von der partiellen Mondfinsternis. Noch ein paar Minuten, nachdem der rote Mond aufgegangen war, konnte man sie sehen. 
Habt ihr es auch gesehen?


Donnerstag, 3. August 2017

Immergrün.

So langsam wird es doch mal Zeit für ein paar neue Sommerklamotten, auch wenn der Sommer dieses Jahr hier bei uns ein ständiges Auf- und Ab bedeutet. Entweder Kleidchen oder Regenjacke.
Ich habe mich mal wieder für grünen Stoff entschieden, und für einen ganz unkomplizierten, simplen Schnitt. Das sind einfach die Klamotten, die ich am meisten trage.


Genau so unaufgeregt, wie das Shirt, war auch die Arbeit an der Nähmaschine. Den Schnitt habe ich von einem alten Langarmschirt abgenommen und ein wenig geändert, weil ich mal wieder gerne Zipfel haben wollte. Die Säume habe ich einfach wieder nur mit dem Overlock-Stich versäubert. Ich mag es, dass sich die Säume dann so schön wellen, und dass es einfach und unkompliziert ist. Ich muss mich erstmal wieder richtig mit meiner Nähmaschine anfreunden, aber so langsam kriege ich wieder Lust aufs Nähen. 


Ein selbstgemachtes Armband ist auch noch entstanden, diesmal aus der Lederschnürung einer alten Motorradhose ;) Einfach eine dicke Perle auf die eine, und eine Schlaufe an die andere Seite, und fertig! Das Armband trage ich fast jeden Tag, so gern mag ich es. 


Aber der wechselhafte Sommer hat auch was Gutes: der Garten freut sich. Und so haben wir dieses Jahr riesige Zucchinis in unserem neuen Beet, zur Zeit gibt es fast jeden Tag Zucchini-Irgendwas bei uns. Aber die Kürbisse können sich auch sehen lassen, einige sind schon ziemlich groß. Vielleicht kann ich mir im Herbst ja wirklich eine Kürbiskutsche aus einem schnitzen, wenn es so weitergeht. Aschenputtel lässt grüßen :)


Und ab zu Rums, dort gibt's mal wieder viele andere kreative Projekte!

Sonntag, 30. Juli 2017

Farben für die CSD-Linkparty ~Enter if you dare~

Durch die liebe Sabrina von stitchedteacups.blogspot war ich wiederum auf einen anderen interessanten Blog und eine tolle Linkparty aufmerksam geworden, nämlich gruenernaehen und ihre wundervolle Linkparty zum Christopher Street Day. Hier können bunte Beiträge verlinkt werden, im Zeichen des CSD, für Toleranz und eine bunte Vielfalt. Ich habe nicht extra etwas für die Linkparty gewerkelt, aber etwas Buntes war auch bei mir in letzter Zeit entstanden. Morgen ist die letzte Gelegenheit, noch bei der Linkparty mitzumachen. Ich finde, wenn man sich für eine gute Sache aussprechen kann, sollte man das auch tun, also zeige ich auch mal ein paar Farben aus meiner Feuerwerkstatt.



Das magische Türschild hat schon ein neues schönes Zuhause gefunden. Ich mag diese leichten Pastellfarben sehr gern und habe auch schon wieder etwas neues geplant.
Und ein hölzerner Elfenstern ist auch mal wieder entstanden.
Der Elfenstern ist irgendwie etwas besonderes für mich geworden, seine Zacken symbolisieren für mich die verschiedenen Aspekte der Natur, und ich habe schon ein paar von diesen leuchtenden Elfenhölzern gewerkelt in letzter Zeit. Dieses hier ist allerdings das erste bunte :)


Über das Thema Toleranz und Geschlechtergleichheit habe ich mich vor ein paar Tagen auch noch mit einer Bekannten unterhalten. Diese Freundin ist eine Transfrau, das heißt, sie wurde ursprünglich als Mann geboren. Ehrlich gesagt musste ich die Bezeichnung dafür erstmal nachlesen, bisher habe ich nie ein Wort dafür gebraucht. Warum auch? Sie ist einfach eine gute Freundin, das macht sie für mich aus, und nichts anderes. In einer ländlichen Gegend wie hier bei uns fällt man ja sowieso sehr schnell mal aus dem Rahmen, wenn man ein wenig anders ist als die Allgemeinheit. Daher bekomme ich zwischenzeitlich immer wieder die Schwierigkeiten mit, die das so genannte Anderssein mit sich bringen kann. Ich finde es ziemlich seltsam, dass in der heutigen Zeit noch immer komische Blicke und Diskriminierung an der Tagesordnung sind, wenn es um Homosexualität geht, oder wenn jemand aus dem Rahmen fällt. Es gibt doch eigentlich keinen Grund, die sexuelle Gesinnung eines anderen Menschen zu hinterfragen, außer natürlich, man hat sich selbst in den Menschen verliebt. Was alle anderen Leute hinter ihren geschlossenen Türen machen, interessiert mich genau so wenig. Und eigentlich ist doch jeder Mensch ein Unikat, jeder ist individuell, in der einen oder anderen Hinsicht fällt doch jeder irgendwie aus dem Rahmen. 
Wie langweilig wäre doch die Welt, wenn alle gleich wären?
Bei gruenernaehen findet ihr noch viele interessante Beiträge zu dem Thema, für eine freiere und buntere Welt.

Ich werde jetzt mal schauen, ob Indiana Jones noch den heiligen Gral findet, und wünsche euch einen schönen Abend und einen guten Start in die Woche ♥